Tourist-Info der Gemeinde Lamspringe
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Graste am Radweg zur Kunst – Einst und jetzt
Ein herzliches Willkommen Ihnen, liebe Besucher, auf der Internetseite unserer Gemeinde Lamspringe. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Ortsteil Graste. Worin dieses auch immer begründet liegen mag – sei es als Tourist, Wanderer, als jemand, der Graste einmal seine Heimat nannte, der auf die ursprüngliche Heimat seiner Vorfahren neugierig ist oder sich mit dem Gedanken trägt, Graste seine Heimat werden zu lassen –, seien Sie alle herzlich gegrüßt, die Letztgenannten ganz besonders.
Ja, Graste als ehemals selbstständige Gemeinde kann auf eine mehr als 850-jährige wechselvolle Geschichte zurückblicken. Sein Name, auf Karten des 18. Jahrhunderts auch „Graeste“ genannt, ist eine Abschleifung der früheren Ortsnamen „Grasithi“ (Grasplatz), „Grashurst“ (1172 – erste urkundliche Erwähnung) und „Grashorst“ (1305). Die Endung „ithi“ deutet auf eine Besiedlung bereits in der Steinzeit hin.
Zu der weitgehend bäuerlichen Struktur Grastes gehörten nach der Verkoppelung im Jahre 1850 eine Feldmark von 275 ha (1.100 Morgen) und eine Genossenschaftsforst von 104 ha (416 Morgen). Zurzeit gehören zur Graster Feldmark 400 ha und zur Forst 59,3 ha. Von den ursprünglich 16 bäuerlichen Betrieben gibt es heute nur noch fünf Nebenerwerbsbetriebe.
Zur Versorgung der Bevölkerung waren in den 1940er-Jahren zwölf Gewerbebetriebe in Graste tätig. Übrig geblieben sind zwei Kfz-Reparaturwerkstätten. Ein verändertes Konsumverhalten, steigender Wettbewerb und die Mobilität der Bevölkerung haben im Verlauf der Jahrzehnte den Betrieben die Existenzgrundlage entzogen.
In Graste lebten 1701 76, 1809 207 und 1925 318 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten auf über 700, darunter 130 Kinder. Zurzeit leben annähernd 300 Einwohner in Graste.
Verkehrstechnisch war Graste von 1902 bis 1975 über die Bahnlinie Bodenburg–Bad Gandersheim mit einem Bahnhof angeschlossen. Seit 1898 besteht zudem die Anbindung über die Landesstraße L 489. Die Bahnlinie wurde 1975 stillgelegt. Auf ihrer Trasse entstand der „Radweg zur Kunst“. An diesem wurde etwa dort, wo früher der Bahnhof stand, eine Grillhütte errichtet, die Wanderer und Radler zur Rast einlädt.
Alte Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass es bereits im 17. Jahrhundert in Graste eine Schule gegeben haben muss. Ein altes Schulhaus von 1750 und ein Neubau von 1846 fanden Erwähnung. Infolge von Platzmangel wurde 1952 ein neues Schulgebäude mit einem Klassenzimmer bezogen. 1957 erfolgte ein Anbau mit einem weiteren Klassenzimmer und einem Lehrerdiensthaus. Seit der Einstellung des Schuldienstes 1973 dient das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus.
Das Wappensymbol der bis 1974 selbstständigen Gemeinde zeigt auf blauem Grund eine silberne deutsche Bockwindmühle und auf einem grünen Hügel eine silberne Geweihstange. Die dargestellte Mühle soll an die Graster Mühle als letzte Windmühle im damaligen Landkreis Alfeld erinnern. Das Wappen wurde durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover am 10. August 1938 verliehen.
Graste erfreut sich eines regen Vereinslebens, das wesentlich zur Harmonie innerhalb des Ortes beiträgt. Als ältester noch existierender Verein pflegt der 1895 gegründete Männergesangverein „Harmonie“ Graste das deutsche Liedgut. Er hat sein Domizil im Dorfgemeinschaftshaus.
Die Ortswehr Graste der Freiwilligen Feuerwehr Lamspringe hat ihre Heimat in der Mitte des Dorfes am „Platz“. Das Feuerwehrhaus, vormals ein Dreschschuppen, der mehrfach umgebaut wurde, bekam 2023 in Eigenleistung ein neues Dach und eine frische Außenfassade.
Die 1972 gegründete Schützengesellschaft hat sich „Im Stegbach“ auf einer gemeindeeigenen Parzelle ein Schützenhaus in Eigenleistung gebaut. Als Sportverein betreibt sie den Schießsport mit Luftdruck- und Kleinkaliberwaffen in den Disziplinen Gewehr und Pistole.
Im Jahre 2023 wurde der Bürgerverein Graste e. V. als Nachfolger der Arbeitsgemeinschaft Graster Vereine gegründet. Seine Aktivitäten sowie die der anderen Vereine beflügeln das Dorfleben und tragen durch Pflege und Verschönerung zum Ortsbild bei. Vom Überlandwerk Leinetal konnte das am „Radweg zur Kunst“ stehende Transformatorenhaus durch den Bürgerverein übernommen werden. Mit den angebrachten Windmühlenflügeln soll es an die ehemalige Graster Windmühle erinnern.
So weit Graste im „Schnelldurchlauf“. Weitere Informationen zur Historie von Graste bis in die heutige Zeit hinein sind hier in der Chronik von Graste nachlesbar.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann sind Sie herzlich eingeladen, unseren in einer idyllischen Landschaft gelegenen, überschaubaren und lebenswerten Heimatort bei einem Besuch kennenzulernen.
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